Notvorrat anlegen: So legst du einen 10-Tage-Vorrat an
Nach einem schweren Sturm, bei einem großen Stromausfall oder einer Überschwemmung kann die Versorgung einige Tage gestört sein: Geschäfte bleiben geschlossen, Lieferungen kommen nicht an, manchmal fällt sogar das Leitungswasser aus. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb, Lebensmittel und Getränke für zehn Tage zu Hause zu haben, mindestens aber für drei Tage. Das klingt nach viel, lässt sich aber mit etwas Planung ohne großen Aufwand umsetzen.
Wie viel brauchst du?
Als Richtwert gelten pro Person und Tag etwa 2 Liter Getränke (1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen) und rund 2.200 Kilokalorien. Für zehn Tage sind das 20 Liter Wasser pro Person. Ältere Menschen ab 65 Jahren sollten etwas mehr trinken (etwa 2 Liter), Kinder bis 12 Jahre kommen mit etwa 1 Liter aus. Die folgende Tabelle zeigt die Mengen der Bundes-Empfehlung für eine erwachsene Person:
| Lebensmittelgruppe | pro Tag | für 10 Tage |
|---|---|---|
| Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln | 0,33 kg | 3,3 kg |
| Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze (z. B. Konserven) | 0,40 kg | 4,0 kg |
| Obst, Nüsse, Trockenobst | 0,25 kg | 2,5 kg |
| Milch und Milchprodukte | 0,25 kg | 2,5 kg |
| Eier, Fleisch, Wurst, Fisch | 0,12 kg | 1,2 kg |
| Fette und Öle | 33 g | 330 g |
| Getränke (Wasser) | 2 l | 20 l |
Für deinen Haushalt rechnest du am einfachsten mit dem Vorratskalkulator des Bundes.
Dein Vorrat in 5 Schritten
- Bestand aufnehmen: Schau in Küche und Keller. Nudeln, Reis, Mehl, Konserven und H-Milch sind in den meisten Haushalten schon da.
- Menge berechnen: Zähle die Personen im Haushalt und rechne mit dem Kalkulator. Wasser nicht vergessen, es ist der wichtigste Posten.
- Passende Lebensmittel wählen: Nimm, was ihr gern esst und was wenig Wasser und Energie zum Zubereiten braucht, zum Beispiel Zwieback, Knäckebrot, Haferflocken, Konserven, Hartkäse, Nüsse und Trockenobst. Plane einen Teil ein, den du kalt essen kannst.
- Richtig lagern: Kühl, trocken und dunkel, außerhalb der Reichweite von Hochwasser. Wasser in sauberen, verschlossenen Behältern aufbewahren und regelmäßig austauschen. Mindesthaltbarkeitsdaten im Blick behalten.
- Den Vorrat im Alltag nutzen: Verbrauche Älteres zuerst und kaufe Verbrauchtes nach („lebender Vorrat“). Setz dir einen festen Termin im Jahr, an dem du alles kurz durchsiehst.
Besondere Bedürfnisse
- Babys und Kleinkinder: Pulvernahrung oder Gläschen, Fläschchen, Windeln.
- Allergien, Diabetes, Diäten: Vorrat passend zusammenstellen und im Zweifel mit Arzt oder Apotheke besprechen.
- Medikamente: Einen Vorrat für den Bedarf mit der Ärztin oder dem Arzt abstimmen.
- Haustiere: Futter und Wasser einplanen.
- Ältere Menschen: Verpackungen, die sich leicht öffnen lassen, und Gewichte, die sich tragen lassen.
Häufige Fehler
- Lebensmittel, die gekocht werden müssen, aber keine Kochmöglichkeit ohne Strom.
- Dosenöffner, Geschirr und Besteck vergessen.
- Zu wenig Wasser eingeplant.
- Den Vorrat im Keller lagern, der bei Hochwasser überflutet werden kann.
- Den Vorrat einmal anlegen und nie wieder prüfen.
Sicherheit: Kochen ohne Strom nur mit einem Campingkocher im Freien oder in gut belüfteten Räumen. Grill, Heizpilz oder Aggregat gehören nie in Wohnräume (Gefahr durch Kohlenmonoxid).
Checkliste Vorrat (PDF) Weiter: Stromausfall
Quellen und weiterführende Informationen: BBK: Vorsorge · Aktuelle Warnmeldungen. Stand: Oktober 2026. Allgemeine Hinweise, keine Fach- oder Rechtsberatung.
